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Graffiti, Kunst und Schampus in Cebu

Kaum in Cebu gelandet, hatte ich zum ersten Mal seit meiner Abreise in Deutschland einen kleinen Downer. Was würde mich in Cebu erwarten? Was könnte meine Zeit in Manila jetzt noch toppen? Und wie sollte ich dort Anschluss finden? Der Anreisetag war ohnehin verschenkt. Ich wollte nur etwas essen und früh schlafen gehen. Denn ich war total erledigt von den anstrengenden Tagen, die hinter mir lagen. Doch viel Schlaf habe ich nicht bekommen. Der Grund dafür war leider keine wilde und durchzechte Nacht, sondern eine übertrieben laute Klimaanlage. Das Zimmer hatte allerdings kein Fenster, weshalb es nur kurze Zeit nach dem Ausschalten der Anlage zu einem gesundheitsbesorgenden Sauerstoffmangel kam. Der Start in Cebu war missglückt.

Szenenwechsel

Das Hotel zu wechseln war einfach. Neue Leute kennenzulernen auch. Denn meine Freunde aus Manila hatten mir Kontakte in Cebu vermittelt. So kam es dazu, dass ich mich an meinem dritten Tag mit Nikko und Dale traf. Die beiden Anfangvierzigjährigen sind Punk- und Hardcore-Urgesteine in Cebu, haben in zig Bands gespielt und tun dies auch immer noch. Dale gibt die Kunst des guten Punkrocks sogar mittlerweile an seinen 7-jährigen Sohn weiter, der schon jetzt Drummer einer Punkband ist. Falls ihr den Vlog dazu verpasst habt, könnt ihr das hier nachholen. Jedenfalls sind Nikko und Dale Mitbegründer der Crew „Struggle for Radical Action“ oder kurz SRA. Unter dem Namen veranstalten sie Konzerte. Wir begossen unsere neue Freundschaft mit Lightbier. Sind ja alle nicht mehr die jüngsten, aber immer noch fit! So beschlossen wir noch am selben Abend, kurzfristig ein „A Global Mess“ und „Struggle for Radical Action“ Konzert auf die Beine zu stellen. Und jetzt kommt's: Dieses Konzert wird wirklich stattfinden! Nächsten Samstag.

Häppchen, Drinks & Künstlerkram

Am nächsten Tag traf ich mich mit zwei Brüdern, die unter dem Namen „Bart Bros“ Graffiti sprühen und Bilder malen. Wir zogen in der Mittagssonne durch die Stadt und sie zeigten mir Bilder von sich und ihren Freunden. Anschließend waren wir im Asylum 38. Einem Haus, in dem acht befreundete Künstler zusammen leben und arbeiten. Auch dazu habe ich ein Video gemacht, das ihr euch unter diesem Beitrag gerne noch mal anschauen könnt. Was im Vlog jedoch nicht vorkommt, ist unser gemeinsame Besuch einer schicken Kunstgallerie. Dort gab es gratis Drinks (von hippem selbstgebrannten Schnaps über Wein bis Champagner) und kleine Häppchen, wie ich sie selbst bloß von irgendwelchen Business-Events kenne. Die ausgestellten Bilder kosteten zwischen 750 und 4.000 Euro. Überrascht von dem abrupten Szenenwechsel, wurde ich allerdings schnell darüber aufgeklärt, dass die Künster in der Stadt alle sehr gut vernetzt sind und sich schon sehr lange kennen.

Beachvibes

Kurz gesagt, nach nur wenigen Tagen befand ich mich auch hier in bester Gesellschaft. Ich war bei einer Band-Probe und auf einem Skateplatz, habe bei Leuten zuhause abgehangen, war dabei, als gleich mehrere Wände gegenüber vom Asylum 38 besprüht wurden und habe viele nette und interessante Gespräche geführt. Trotz des schwierigen Starts, bin vollends zufrieden. Nach vielen lustigen Treffen, war es für mich schließlich an der Zeit, mir auch mal einen philippinischen Strand anzusehen. Und da bin ich nun. Ich sitze in der schwülwarmen Abendluft am Meer und komme in dieser unwirklichen Südseekulisse endlich dazu, etwas über die vergangenen Tage in Cebu zu schreiben. Am Freitag werde ich jedoch bereits zurück in die Stadt fahren. Immerhin wird es ein "A Global Mess"-Konzert am Wochenende geben! Ich fasse es nicht. (Felix)